Isabella Furchert

kann Spuren von Gold enthalten

Wie bei solchen Dingen besteht immer die Frage: „Was schreiben – was ist denn wirklich wichtig?“.

Mein Leben war sehr bewegt; ich bin viele Male umgezogen (ich glaube 23 mal), habe diverse Schulen in verschiedensten Städten und Dörfern besucht, mich mit unterschiedlichsten Situationen, Menschen und Aufgaben konfrontiert gesehen und viele Dinge – manchmal notgedrungen, meist freiwillig – probiert. Aber trotz diesem recht unsteten Leben, gab es ein paar Konstante.

Eine der wichtigsten war und ist die Kunst. Sie vereint meine Neugier, Experimentierfreudigkeit, den Drang etwas mit den Händen zu erschaffen, den Wunsch sich gedanklich und handelnd vollkommen einem Thema hinzugeben, um es von möglichst vielen Seiten zu untersuchen, zu durchdringen, kreative Lösungen zu finden und diese stets zu verbessern. Sie ist die Auseinandersetzung mit mir und der Welt. Sie erlaubt einen Blick durch meinen ganz persönlichen Filter. 

Hierbei liegt ein besonderes Augenmerk auf vor allem gesellschaftlichen und pflanzlichen Strukturen, Mustern, Wiederholungen, Regelmäßigkeiten und Ausreißern aus derselben, der Funktionalität einzelner Elemente und ihrer Wirkungsweise, Einflußnahme und Abhängigkeit im Zusammenspiel. In der Auseinandersetzung mit einer Fragestellung abstrahiere ich, ordne den verschiedenen Funktionen Gestaltungsmöglichkeiten zu und taste mich an ein Verständnis heran, das vielfältige Neuerfindungen möglich macht.

Im Gegensatz zu dem individuell eingegrenzten Themengebiet erscheinen die Herangehensweise und Umsetzungsmöglichkeiten für mich unbegrenzt. Und so kann und möchte ich mich auch nicht auf bestimmten Medien in meiner Arbeit festlegen. Wie man an meinen Gemälden sieht, arbeite ich zwar viel mit Acrylfarben, aber es finden sich auch Kreiden, Pastelle, Ölfarben, Bleistifte, Buntstifte, Marker, Aquarellfarben, Wachsstifte, Lacke, Tusche, Sprühfarben, Metalle, Folien, Drähte, Schnüre, Isolierbänder u.v.m.. Und auch im Bereich der dreidimensionalen Arbeiten scheinen die Materialien unbegrenzt. Von Gips, Ton, Holz und Styropor über Wellpappe, Plexiglas und Stoff hin zu Erdnussschalen, Kozo, Gemüsenetzen und Echthaar wurde schon einiges verwendet. Und meine Neugier eröffnet mir ständig neue Materialien und Wege; so experimentiere ich mit Gewöhnlichem und Ungewöhnlichem und werde zudem immer mutiger im Kombinieren derselben.Ich stricke, baue, nähe, klebe, knete, male, drucke, schraube, zeichne, schütte, föne, sprühe, spritze, bügle, gieße, walke, schneide, sticke, …. Nicht jeder Versuch ist von Erfolg gekrönt, aber jeder Versuch bringt ein bisschen Aha und schafft die Grundlage für weitere Ansätze, Ideen und Experimente. So fasziniert mich seit knapp drei Jahren die Kombination von Metall und Neon, welche –  zum Leidwesen meiner Atelierkollegen, die immer wieder mit den Goldflocken an ihren Arbeitsplätzen kämpfen mussten – reichlich in meine Gemälden und Grafiken Einzug gehalten hat. Hieran begeistert mich vor allem die unglaubliche Dynamik, die diese Materialien – im Falle von Gold bereits in der Ikonenmalerei zu beobachten – durch ihr Zusammenspiel mit Licht und sich verändernden Lichtsituationen entwickeln.

Und jetzt? Ich habe einiges – das momentan scheinbar wichtigste für mich – geschrieben, aber ich glaube, dass die Worte nicht so sehr wie Bilder, Drucke und Skulpturen zeigen, wer ich bin und was mich bewegt. In diesem Sinne: Schau es dir einfach an. Und wenn Fragen, Anregungen oder Kommentare aufkommen, würde ich mich über eine E-Mail freuen, denn diese Seite soll neben dem, dass ich ein persönliches Archive anlege, um mich selbst zu motivieren, Veränderungen zu erkennen und mich durch alte Ideen inspirieren zu lassen und diese in neues einzubinden, möchte ich im Idealfall meine Kunst in die Welt und die Wohnungen anderer tragen, zum Kunstschaffen anregen und begeistern und einen fruchtbaren Austausch initiieren. 

So werde ich mich auch bemühen, die Galerien nach und nach mit Fotografien meiner aktuellen und älteren Werke zu füllen. Und nun: Viel Spass!